Blasenschwäche in den Wechseljahren: So wirst du sie los

Die Wechseljahre sind echt eine anstrengende Zeit. Selbst ohne Hitzewallungen und Osteoporose hast du mit der hormonellen Umstellung bestimmt ganz schön zu kämpfen. Und dann verlierst du plötzlich auch noch Urin beim Husten, Heben oder Niesen? Deine Welt bricht zusammen und ich kann das gut verstehen. In diesem Blogpost zeige ich dir, wie du mit gezielten Maßnahmen deine Blasenschwäche los wirst
Blasenschwäche bei Frauen in den Wechseljahren

Auch das noch: Blasenschwäche braucht echt keine(r)

Keine Angst- du bist nicht allein. Mindestens 2/3 aller Frauen in den Wechseljahren leiden unter einer mehr oder weniger stark ausgeprägten Blasenschwäche. Vermutlich sind es sogar noch mehr- vielen ist es nämlich so peinlich, dass sie nicht mal mit ihrer besten Freundin darüber reden und in keiner Statistik erfasst werden.

Sind wir mal ehrlich: ständige Blasenentzündungen (gerne auch nach dem seltenen Sex, zu dem sich frau in den Wechseljahren hinreißen lassen kann) und Blasenschwäche schränken deinen Alltag doch ganz schön ein.

Restaurantbesuche sind nicht mehr so gemütlich, wenn du ständig zur Toilette musst.

An durchschlafen ist gar nicht mehr zu denken und die Suche nach der nächsten Toilette bei der Shoppingtour ist Stress pur.

Blasenschwäche: Wie kommt es dazu?

Warum kommt es bei Frauen in den Wechseljahren so häufig zu einer Blasenschwäche? Reicht es nicht, dass du dich mit Stimmungsschwankungen und Hitzewallungen auseinandersetzen musst? Es liegt – wie kann es anders sein – an deinen Hormonen.

In den Wechseljahren produziert dein Körper allmählich weniger von den Sexualhormonen Östrogen und Progesteron.

    • Durch den sinkenden Östrogenspiegel reagiert dein Körper stärker auf die Reizstoffe im Urin: du musst öfter zur Toilette.
    • Außerdem führt der sinkende Östrogenspiegel dazu, dass deine Schleimhäute (auch die in der Blase und der Scheide) schlechter durchblutet werden. Sie werden dünner, trockener und weniger elastisch. Kurz: sie sind jetzt total empfindlich. Bakterien haben leichtes Spiel und Blasenentzündungen sind die Folge. Wenn du häufig damit zu kämpfen hast, dann steigt blöderweise auch das Risiko für eine Blasenschwäche.
    • Eine Hormontherapie während der Wechseljahre kann eine Blasenschwäche noch fördern oder verschlimmern.

Blasenschwäche: warum sind Frauen mit Kindern häufig betroffen?

  • Deine Muskulatur und dein Bindegewebe werden durch den sinkenden Hormonspiegel in den Wechseljahren geschwächt. Auch der Beckenboden ist ein Muskel-ein ziemlich wichtiger sogar.

<Was du wirklich gegen Bindegewebsschwäche tun kannst>

  • Schwangerschaften und Geburten, sowie das Tragen der Kinder beansprucht deinen Beckenboden ganz erheblich. Dadurch wird eine Blasenschwäche in den Wechseljahren begünstigt. Den wichtigen Aufbau der Beckenbodenmuskultur nach einer Geburt vernachlässigen viele Frauen bei dem ganzen Trubel nämlich leider sehr oft. Du auch?
  • Deshalb kann es noch schneller dazu kommen, dass sich deine Blase und Gebärmutter senken. Organisch führt das Ganze zu einer Krümmung der Harnröhre, wodurch der Blasenschließmuskel so stark belastet wird, dass er ihn (nämlich den Urin) im wahrsten Sinne nicht mehr halten kann.
  • Heben, Husten oder Niesen erhöhen den Druck zusätzlich: Urin landet in mehr oder weniger großen Mengen ungewollt in deiner Unterwäsche. Man spricht in dem Fall von einer Stress- oder Belastungsinkontinenz.

Blasenschwäche in den Wechseljahren: Was kannst du tun?

Die gute Nachricht ist: Du kannst ne ganze Menge gegen deine Blasenschwäche tun. Du musst also nicht auf Dauer, verschämt zu den Inkontinenzartikel in der Drogerie greifen und hoffen, dass dich keiner sieht.

Und auch Blaseninfekte lassen sich gut ohne Antibiotika behandeln: dadurch wirkst du automatisch auch einer Blasenschwäche entgegen.

7 Tipps gegen Blasenschwäche

Tipp #1: Beckenboden

Gezieltes Beckenbodentraining (macht auch einen flachen Bauch und stärkt den Rücken), Walken, Yoga, Reiten oder Schwimmen helfen dir, deine Mitte zu stärken. Joggen lässt du besser- der Druck auf den Beckenboden ist zu stark. Hier geht es zu einigen Grundübungen für deinen Beckenboden.

Tipp #2: Blasentraining

Auch deine Blase kannst du trainieren: Lass sie voll werden, also vermeide „zur Vorsicht“ zur Toilette zu gehen. Ansonsten trainierst du dir einen stärkeren Harndrang an.
Ist die Blase allerdings ständig zu voll, kann die Muskulatur überdehnt werden- das hilft dir dann auch nicht weiter. Es gilt also tatsächlich ein gesundes Mittelmaß zu finden.

 

Tipp #3: Entlastung

Vermeide langes Stehen und schweres Heben. Damit belastest du nur unnötig zusätzlich deinen Beckenboden und begünstigst eine Blasenschwäche.

Tipp #4: Hormone

Die lokale Gabe von Östrogenen in Form von Salben und Zäpfchen können Abhilfe verschaffen. Hormonbehandlungen solltest du bei einer Blasenschwäche aber ansonsten unbedingt vermeiden.

 

Tipp #5: Säfte

Preiselbeer- oder Cranberry Muttersaft helfen dir bei einer akuter Blasenentzündung. 
Dafür solltest du 300 ml Saft mit Wasser verdünnen und über den Tag verteilt trinken. Zugegeben: lecker ist anders, aber es hilft.

 

Tipp #6: Trinken

Trinken, trinken, trinken! Weniger trinken klingt erstmal logisch- funktioniert aber nicht. Abgesehen davon, dass das eh viele andere Beschwerden hervorrufen oder verstärken würde, erhöht sich paradoxerweise der Harndrang bei geringer Trinkmenge. Die Blase wird bei konzentrierterem Urin gereizten Blase und erhöht den Harndrang. Es wird dir schwerer fallen, deine Blasenschwäche in den Griff zu bekommen.

Tipp #7: Kräuter

Gegen Blasenschwäche ist ein Kraut gewachsen. Genau genommen mehrere:

1. Blasentee

Trink Blasentee schon bei den allerersten Anzeichen einer Entzündung. Wenn du schnell bist, kannst du so in den ersten Stunden die Entzündung ausbremsen.

Mische je 1TL Goldrute, Brennnessel und Birkenblätter. 

Gieße die Mischung mit 1Liter kochendem Wasser auf und lasse sie 10-15 Minuten ziehen. Das Ganze sollte dann innerhalb von 4-6 Stunden getrunken werden. Da Bakterien Zucker lieben, trinke den Tee am besten ungesüßt.

2. Beckenbodentee

Ja du hast richtig gelesen: Es gibt auch tatsächlich eine Teemischung, die dein Beckenboden-training unterstützt -toll oder? Und sie hilft- ich weiß das aus eigener Erfahrung.

Ohne Training hilft wohl leider auch der beste Tee nicht: Plane also ein tägliches Beckenbodentraining in deinen Alltag ein.

Mach dir in einem Schraubdeckelglas eine Mischung aus:

  • Ackerschachtelhalm
  • Frauenmantel
  • Beifuß
  • Breitwegerich
  • und Hirtentäschelkraut zu je gleichen Teilen.
    Davon trinkst du dann 3x täglich eine Tasse. Nehme dazu 1TL der Mischung und lasse das Ganze  circa 8 Minuten ziehen. Versuche das 3 Wochen lang. 
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Vitamin- und Mineralstoffmangel

Die Eierstöcke produzieren Sexualhormone wie Östrogen und Progesteron. Die Funktion der Eierstöcke wird durch viele Faktoren beeinflusst – auch durch die Ernährung. 

Wenn du dich ausgewogene ernährst –  mit reichlich pflanzlichen Lebensmitteln – kannst du  den Alterungsprozess möglichst lange hinauszögern. Automatisch hilfst du deinem Körper dabei, schneller wieder zu einer Hormonbalance zu finden.

Zudem helfen dir Vitamine und Mineralstoffe dabei, die Geschlechtshormone und andere Botenstoffe zu regulieren. Der gezielte Einsatz von Mikronährstoffen kann dir daher helfen, Beschwerden in den Wechseljahren zu lindern. Auch die Gefahr für Osteoporose kann reduziert werden.

Östrogenmangel

Bei einem Östrogenmangel ist der Östrogenspiegel in deinem Körper auf ein (zu) niedriges Niveau abgefallen.

Östrogen ist dabei nicht etwa ein einzelnes Hormon. Es handelt sich um den gebräuchlichen Überbegriff für verschiedene Hormone: Die wichtigsten sind Estriol, Estradiol und Estron.

Ein Östrogenmangel ist im Verlauf der Wechseljahre eine typische Erscheinung. Denn nachdem zunächst die Produktion von Progesteron nachlässt, geschieht dies später auch mit Östrogen.

Viele typische Beschwerden, insbesondere Hitzewallungen, werden mit einem Östrogenmangel in Verbindung gebracht.

Die Brücke

Beckenbodenübung Brücke

Leg dich in Rückenlage flach auf den Boden und winkel die Beine leicht an. Die Füße stehen fest auf dem Fußboden und die Arme ruhen neben deinem Oberkörper.

Nun heb dein Becken an, so dass nur noch die Füße, Arme und Schultern den Boden berühren  (s. Abbildung).

Während dieser Position spannst du deinen Beckenboden mit der Ausatmung für etwa 5 Sekunden an. Danach entspannst du die Muskulatur mit der Einatmung. für 10 Sekunden. Atme gleichmäßig weiter für einige Sekunden und spanne dann wieder mit der Ausatmung an. Du bleibst die ganze Zeit in der Brücke. Machen diese Übung  etwa 5 – 10 Minuten.

Diese Übung ist nicht nur effektiv für den Beckenboden, sondern stärkt zusätzlich die Po-Muskulatur.

Der Buckel

Beckenbodenübung Buckel 2

Ausgangsposition ist der Vierfüßlerstand. Dabei sind  die Hände sind schulterbreit aufgestellt. Die Handgelenke bilden mit den Schultergelenken eine Linie.

Die Knie ruhen unter deinen Hüftgelenken und die Füße liegen locker auf dem Boden.

Bei der nächsten Einatmung machst du ein leichtes Hohlkreuz. 

Beckenbodenübung Buckel

Bei der Ausatmung machst du einen „Katzenbuckel“ und spannst den Beckenboden kräftig an.

Wiederhole diese Übung einige Male mit der Atmung. Mache dann eine  Minute Pause.

Mache mindestens 4 Durchgänge.

Die Diagonale

Beckenbodenübung Diagonale

Ausgangsposition ist auch hier der Vierfüßler-stand.

Atme ruhig und gleichmäßig. 

Bei der nächsten Ausatmung spannst du deinen Beckenboden an und hebst gleichzeitig den rechten Arm und das linke Bein ausgestreckt an.

Mit der Einatmung senkst du Arm und Bein wieder in die Ausgangs-position.

Wiederhole diese Übung 10x. Dann wechsel die Seite. Versuche mit beiden Seiten 3 Durchgänge zu schaffen. Mache zwischen den Durchgängen eine kurze Pause.