Expertinnen Talk: Heute mit Transformationscoach Melanie Binder

Sie ist noch nicht jenseits der 40 und hat trotzdem bereits einen beeindruckenden Lebenslauf vorzuweisen. Melanie Binder: Jüngste weibliche Führungskraft, Marketing-Spezialistin und Transformations-Coach mit Herz und Seele. Wie es zu diesem Neuanfang gekommen ist, erzählt sie mir im Interview.
Melanie Binder

Von Frau zu Frau: Melanie beantwortet mir Fragen, die Frauen in der Lebensmitte interessieren

Liebe Melanie, ich freue mich riesig, dass du Lust hast ein Mitglied meiner Expertinnen-Talk Reihe zu sein.

Und ich mich erst. Danke, dass ich dabei sein darf. Das passt bei uns beiden einfach nur zu gut zusammen – nicht nur menschlich, sondern auch beruflich 😊.

Dein Lebensweg wurde früh geprägt durch den Glaubenssatz „Ich muss es schaffen“. Wie kam es dazu?

Diesen Satz habe ich mir früh selbst auferlegt, doch das konnte ich erst mit Ende 20 herausfinden, das hier ein Ursprung meines späteren Burnouts lag.

Doch von vorne: Mein Eltern haben sich getrennt als ich vier Jahre alt war. Wie das bei einer Trennung so ist, ist da bei allen viel los – Vater, Mutter, Kind. Und jeder geht unterschiedlich damit um.

Wichtig ist mir an dieser Stelle zu sagen, dass meine Eltern nicht Schuld waren an diesem meinem Glaubenssatz. Den hab ich selbst kreiert, klar durch die Umstände beeinflusst, doch ich weiß, dass es meine Eltern (wie alle Eltern) zu jederzeit so gut gemacht haben wie sie konnten. 

Meine Strategie damals, war durchzuhalten und Mama und Papa so wenig Sorgen wie möglich zu machen, weil sie ja selbst schon so viel um die Ohren hatten. Also war ich immer fleißig in der Schule und auch so ein braves Mädchen. Irgendwie hatte ich auch sehr früh sowas wie einen „kleinen Antreiber“ in mir, der mit den Jahren immer größer wurde. Der hat mir immer zugeflüstert: mach es noch besser, mach es noch schneller, werde erfolgreich usw. 

DAS hat dein Antreiber dann ja auch geschafft: Nach deinem dualen Studium (BWL) wurdest du bereits mit 27 erste weibliche Führungskraft im Bereich Marketing bei einem der weltweit führenden IT-Unternehmen. Das klingt nach harter Arbeit und viel „Zähne zusammenbeißen“.  

Musstest du als junge Frau Vorbehalte gegen dich aus dem Weg räumen? Oder hattest du das Gefühl, besser sein zu müssen als männliche Kollegen?

Oh ja, du triffst es auf den Punkt, liebe Kerstin. Nicht umsonst hatte ich damals eine „Knirschspange“ und hab mich morgens oft gefühlt als hätte ich nachts, wie ein Bieber Bäume gefällt. Ich habe sehr viel die Zähne zusammen gebissen und mich durchgebissen, im Sinne von fleißig sein, durchhalten, anpassen, aushalten.

Das Gefühl besser sein zu müssen als männliche Kollegen hatte ich nicht, obwohl ich als Frau sehr männlich gearbeitet habe und mich nicht getraut habe meine weibliche Seite zu leben. Doch ich hatte sehr wohl immer das Gefühl „mich beweisen zu müssen“. Ein Kollege meinte damals zu mir als ich frisch mit 27 Jahren zum Head of Marketing ernannt wurde: „Melanie, kannst du bitte einen Gang runter schalten, sonst bekommen wir alle am Ende ein Problem, weil das Tempo können wir nicht mithalten.“ 

Ich war oft – und ertappte mich heute auch immer wieder dabei – im Duracell-Hasen-Modus. Der liebe Gott hat mir dankenswerter Weise eine Extra Portion Energie mit in die Wiege gelegt.

Diese Energie hat dich ja auch weit gebracht. Denn du bist lange weiter in Führungspositionen tätig gewesen- auch im Vertrieb. 

Das führt mich zu meiner nächsten Frage, die ich in ähnlicher Form auch Sabine im letzten Interview gestellt habe. Ich stelle mir diesen Bereich einfach unheimlich schwer vor. Da der Vertrieb ja doch eine sehr männliche Domäne ist.

Wurdest du - jung wie du warst - dort ernst genommen oder musstest du dich überall erst beweisen?

Ja, ich wurde ernst genommen, vor allem mehr und mehr mit jedem Jahr Berufserfahrung.

 Durch meinen Lebensweg mag ich behaupten, dass ich sehr früh eine souveräne Ausstrahlung erlangt habe. Außerdem habe ich mit der Zeit die Vorzüge als Frau im Vertrieb gelernt: Frauen machen nämlich ganz anders Vertrieb als Männer. 

Nicht nur unsere kommunikativen Fähigkeiten spielen hier eine wichtige Rolle, sondern auch unsere Intuition, Empathie und über Emotionen zu verkaufen. Wenn ich nämlich von etwas begeistert war und bin, musste ich gar nicht verkaufen, dann hab ich das einfach ausgestrahlt.

Diese Begeisterung bröckelte dann aber irgendwann. Du hast festgestellt, dass dir irgendetwas fehlt in deinem Leben.

Wie und wann hat sich das für dich bemerkbar gemacht?

Das hat mir mein lieber Körper ganz klar gezeigt:
Eigentlich bereits sehr früh mit vielen sanften Zeichen: Rückenschmerzen, Unruhe, Reizdarm. Doch diese Zeichen konnte ich ja alle irgendwie „weg machen“ bzw. spätestens am Wochenende waren sie verflogen. 

Bis ich plötzlich über Nacht einen Hautausschlag am ganzen Körper bekommen habe mit jeder Menge juckenden roten Punkten. Auch so war ich ziemlich an meiner Grenze, müde, erschöpft und antriebslos. Diagnose: Burnout. Da war ich gerade mal 29 Jahre alt.

Wie ich heute weiß, steht die Haut als großflächigstes Organ, für die Beziehung zu mir selbst. Und so durfte ich mich wieder, um die Beziehung zu mir selbst kümmern und ganz viel Heilung erfahren.

Der Hautauschlag ging übrigens durch kein Medikament und keine Salbe der Ärzte weg. Erst als ich angefangen habe, mit Hilfe von Robert Betz, zu meditieren.

Da hast du mir gleich das richtige Stichwort für meine nächste Frage geliefert. Denn inspiriert durch Robert Betz hast du dich dann noch einmal neu orientiert. Heute bist du als Coach tätig. Insbesondere der Bereich Transformationscoaching und Meditation liegt dir sehr am Herzen. Dabei unterstützt du überwiegend Frauen jenseits der 40.

Was denkst du, warum in dem Alter so ein Bedarf vorhanden ist, sich neu auszurichten?

Eine gute Frage, über die ich mir bis jetzt noch nicht nachgedacht habe. Fünf Gedanken dazu:

  1. Ich denke, es liegt wirklich daran, dass wir Frauen in dem Alter einen „Wechsel“ durchlaufen, sowohl körperlich und hormonell – da bist du ja die Expertin und das passende Puzzlestück zu mir – als auch in Verbindung mit unseren Gedanken und Gefühlen.

2. Außerdem haben viele zu dem Zeitpunkt schon einige Höhen und Tiefen im Leben durchstanden, oft gibt es eine Sache, die sich immer wiederholt – der rote Faden- und dafür entsteht mehr Bewusstsein fürs Leben und sich selbst gegenüber.

3. Viele haben jetzt den Mut zur Selbsterkenntnis und eine gewisse Reife zur Selbstreflexion. Die beste Voraussetzung übrigens, um in ein Coaching zu starten.

4. Und sie spüren, dass es da noch mehr gibt in ihnen, was wieder zum Leben erweckt werden möchte. Ich sag immer: Hin zu einem Leben, was sie lieben werden.

5. Und manche werden einfach auch „von außen“ aufgefordert, sich um sich selbst zu kümmern, durch eine Krise, Krankheit oder Konflikt in ihrem Leben. 

So ähnlich stelle ich das bei meinen Kundinnen auch immer wieder fest. Ein Wechsel findet auf mehreren Ebenen statt und auch die Bereitschaft sich damit auseinanderzusetzen. 

Was ist dabei die größte Herausforderung für deine Kundinnen? Wenn du es in wenigen Sätzen zusammenfassen solltest?

Ich versuch mich kurz zu fassen:

  • Bereit zu sein Verantwortung zu übernehmen. Weg von Schuld und raus aus der Opferrolle.
  • Annehmen was ist. Heißt ja zu dem sagen, was das Leben ihnen gerade präsentiert – auch wenn es ihnen gerade nicht so passt. Doch es ist ja eh schon da.
  • Urteile zurückzunehmen. Wir Frauen sind nämlich Meisterinnen darin ein schlechtes Gewissen zu haben, zu zweifeln und ganz schön hohe Ansprüche und Erwartungen zu haben, vor allem an uns selbst. Meine Empfehlung: Werde dir selbst die beste Freundin.
  • Den eigenen unbewussten Gedanken auf die Schliche kommen und diese dann gemeinsam zu verwandeln, weil dann kann sich dein komplettes Leben zum Positiven verändern.
  • Sich selbst wieder erlauben, Gefühle zu fühlen. Hier gibt’s einen Zusammenhang mit den Gedanken. Denn jeder Gedanke erzeugt ein Gefühl. Dazu begleite ich mit geführten Meditationen.
  • Das Bewusstsein zu entwickeln, die Wahl zu haben und sich jeden Tag neu entscheiden zu können.

<Fühlt sich irgendetwas nicht richtig an in deinem Leben? Dann findest du hier 3 Schritte, die dir helfen> 

Durch die Geburt deines Sohnes hat sich dein Herzensthema noch einmal ein wenig verlagert. Du bietest ein ganz spezielles Coaching Programm an für Mütter, die mal wieder Zeit für sich brauchen. Die voll sind von Selbstzweifeln und schlechtem Gewissen.

Du zeigst ihnen einen Weg voller Zuversicht, Selbstvertrauen und Freiheit. Habe ich das richtig so beschrieben? Erzähl doch mal davon.

Ja, das ist mein Herzensprojekt seit zwei Jahren – seitdem mein Sohn auf der Welt ist. Es gibt so einen schönen Spruch, der besagt: Mit der Geburt eines Kindes, wird nicht nur das Kind geboren, sondern auch die Mutter. 

Meine Erfahrung ist: Spätestens mit dem Muttersein sind Frauen mit vielen Gefühlen und Gedanken konfrontiert – dazu oft viele auf einmal – und finden keinen Weg damit umzugehen. Hier liegt nämlich oft der Ursprung von Stress.

Vor „du-weißt-schon-was“ habe ich Workshops vor Ort angeboten, dann bin ich auf online umgestiegen. Und gerade bin ich dabei ein wunderbares mehrwöchiges Online-Coaching-Programm für Mamis zu entwickeln mit intensiver Begleitung von mir. Hier lernen Mamis durch Meditation und Erste-Hilfe-Coaching-Tipps den Alltag gelassener zu meistern und gut für sich selbst zu sorgen. Denn die Mamis liegen mir sehr am Herzen.

Das hört man dir an und ich bin sicher, dass dein Programm ein voller Erfolg sein wird.

Sind es denn eher die jungen oder die etwas älteren Mütter, die Unterstützung brauchen? Oder ist es der Anspruch der Gesellschaft und an sich selbst, die dafür sorgen, dass Mütter heute oft zerrissen sind zwischen Selbstaufgabe, Perfektionismus und dem Streben nach (beruflicher) Anerkennung und Selbstverwirklichung?

Es sind tendenziell, die etwas „älteren“ Mütter. Die, die bis sie Mutter wurden, oft auch schon beruflich einiges erreicht haben und mit beiden Beinen im Leben stehen. 

Denn die – so war es nämlich auch bei mir – sind meist ziemlich überrascht, wie so ein Baby das Leben vom „Kopf auf die Füße“ stellen kann und das erstmal aus einem selbstbestimmten Leben ein ziemlich fremdbestimmtes Leben wird. 

Die Gesellschaft spielt bei dem gefühlten „Druck von außen“ und allem gerecht werden zu wollen auch eine ausschlaggebende Rolle, vor allem, wenn man sich als Frau davon beeinflussen lässt.

Hinzu kommt, dass wir Frauen heutzutage (gottseidank) die Möglichkeit haben uns selbst zu verwirklichen und oft sehr wohl spüren, dass hier neben Mama-Sein und Haushalt noch viel mehr in uns steckt – das kann oft Fluch und Segen zugleich sein. 

Ich mag jede Mutter, der es so geht, ermutigen auch ihren Weg zu gehen. Denn nur wenn die Mama glücklich und zufrieden ist, können es die Kinder auch sein. Hierbei begleite ich meine Klientinnen.

Danke, dass du dir die Zeit für meine Fragen genommen hast! 

Wenn du mehr über Melanie und ihre Arbeit erfahren möchtest:
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2 Kommentare zu „Expertinnen Talk: Heute mit Transformationscoach Melanie Binder“

  1. Das klingt toll und ist so ein schönes Interview. Ja wir Mütter vergessen oft, auf uns selbst aufzupassen. Mir selbst zu viel Druck machen, das kenne ich auch zu Genüge.

    1. Kerstin Eickes

      Liebe Kathrin,
      es freut mich, dass dir das Interview gefallen hat. Vielleicht inspiriert es dich, ein wenig mehr auf dich aufzupassen und den Druck rauszunehmen, wo es geht.
      Lieben Gruß
      Kerstin

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Vitamin- und Mineralstoffmangel

Die Eierstöcke produzieren Sexualhormone wie Östrogen und Progesteron. Die Funktion der Eierstöcke wird durch viele Faktoren beeinflusst – auch durch die Ernährung. 

Wenn du dich ausgewogene ernährst –  mit reichlich pflanzlichen Lebensmitteln – kannst du  den Alterungsprozess möglichst lange hinauszögern. Automatisch hilfst du deinem Körper dabei, schneller wieder zu einer Hormonbalance zu finden.

Zudem helfen dir Vitamine und Mineralstoffe dabei, die Geschlechtshormone und andere Botenstoffe zu regulieren. Der gezielte Einsatz von Mikronährstoffen kann dir daher helfen, Beschwerden in den Wechseljahren zu lindern. Auch die Gefahr für Osteoporose kann reduziert werden.

Östrogenmangel

Bei einem Östrogenmangel ist der Östrogenspiegel in deinem Körper auf ein (zu) niedriges Niveau abgefallen.

Östrogen ist dabei nicht etwa ein einzelnes Hormon. Es handelt sich um den gebräuchlichen Überbegriff für verschiedene Hormone: Die wichtigsten sind Estriol, Estradiol und Estron.

Ein Östrogenmangel ist im Verlauf der Wechseljahre eine typische Erscheinung. Denn nachdem zunächst die Produktion von Progesteron nachlässt, geschieht dies später auch mit Östrogen.

Viele typische Beschwerden, insbesondere Hitzewallungen, werden mit einem Östrogenmangel in Verbindung gebracht.

Die Brücke

Beckenbodenübung Brücke

Leg dich in Rückenlage flach auf den Boden und winkel die Beine leicht an. Die Füße stehen fest auf dem Fußboden und die Arme ruhen neben deinem Oberkörper.

Nun heb dein Becken an, so dass nur noch die Füße, Arme und Schultern den Boden berühren  (s. Abbildung).

Während dieser Position spannst du deinen Beckenboden mit der Ausatmung für etwa 5 Sekunden an. Danach entspannst du die Muskulatur mit der Einatmung. für 10 Sekunden. Atme gleichmäßig weiter für einige Sekunden und spanne dann wieder mit der Ausatmung an. Du bleibst die ganze Zeit in der Brücke. Machen diese Übung  etwa 5 – 10 Minuten.

Diese Übung ist nicht nur effektiv für den Beckenboden, sondern stärkt zusätzlich die Po-Muskulatur.

Der Buckel

Beckenbodenübung Buckel 2

Ausgangsposition ist der Vierfüßlerstand. Dabei sind  die Hände sind schulterbreit aufgestellt. Die Handgelenke bilden mit den Schultergelenken eine Linie.

Die Knie ruhen unter deinen Hüftgelenken und die Füße liegen locker auf dem Boden.

Bei der nächsten Einatmung machst du ein leichtes Hohlkreuz. 

Beckenbodenübung Buckel

Bei der Ausatmung machst du einen „Katzenbuckel“ und spannst den Beckenboden kräftig an.

Wiederhole diese Übung einige Male mit der Atmung. Mache dann eine  Minute Pause.

Mache mindestens 4 Durchgänge.

Die Diagonale

Beckenbodenübung Diagonale

Ausgangsposition ist auch hier der Vierfüßler-stand.

Atme ruhig und gleichmäßig. 

Bei der nächsten Ausatmung spannst du deinen Beckenboden an und hebst gleichzeitig den rechten Arm und das linke Bein ausgestreckt an.

Mit der Einatmung senkst du Arm und Bein wieder in die Ausgangs-position.

Wiederhole diese Übung 10x. Dann wechsel die Seite. Versuche mit beiden Seiten 3 Durchgänge zu schaffen. Mache zwischen den Durchgängen eine kurze Pause.